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28 July 2010 @ 11:25 pm
LotR: "Unfall" (Faramir, Boromir, Haldir) (1/3)  
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Titel:
"Unfall"
Fandom: Lord of the Rings
Pairing:
Faramir, Boromir, Haldir
Genre: AU, Friendship
Prompt: Sommerchallenge-Päkchen 2 - "Unfall/Zufall" von 120_minuten .
Rating: PG
Word Count: 972 Wörter.
Zusammenfassung: Haldir beobachtet einen jungen Faramir unbemerkt beim Spielen mit Boromir.
A/N: Diese Story ist ein Oneshot zum Pairing Faramir/Haldir. Zugleich ist es der erste Teil von drei Geschichten, die zwar unabhängig von einander sind, aber die ich, inspiriert vom Prompt "Zufall/Unfall" der Community 120_minuten , geschrieben habe. Sie werden vom Oberthema "Unfall/Zufall/Schicksal" zusammengehalten, unter dem ich die anderen beiden Stories posten werde. Dieser erste Part ist noch "harmlos" und Haldir nur ein Beobachter, aber im Verlauf wird es zu Faramir/Haldir kommen.
Danke kari77  für den wunderbaren Storybanner!
Disclaimer: Lord of the Rings ist das Eigentum von J. R. R. Tolkien und seinen Erben sowie New Line Production.
Beta: zamboni12 hat mir sehr dabei geholfen, die Story präsentabel zu machen. Nochmal vielen Dank dafür. *hugs*

Unfall/Zufall/Schicksal
I. Unfall


Haldir beobachtete sie aus dem Baumwipfel. Lautlos saß er zwischen den grünen Blättern, verschmolz mit seiner Umgebung. Nur ein äußerst scharfer Beobachter hätte ihn erspähen können, aber er war sich sicher, dass keiner dieser Menschen dazu in der Lage war.
Neugierig sah er der Gruppe zu, wie sie ein Zelt aufstellten. Offensichtlich war es für den Anführer der Truppe gedacht, der bereits von seinem Pferd abgestiegen war und von einem Diener Wasser gereicht bekam.
Während er das Ganze betrachtete, erregten zwei Kinder seine Aufmerksamkeit. Es waren zwei Jungs, die er auf ungefähr 6 und 10 Jahre schätzte. Mit Stöcken bewaffnet rannten sie durch das Lager und zwischen den Beinen der Männer herum. Mit einem Mal blieben sie stehen und zogen vermeintliche Schwerter. Die Stöcke knallten dumpf aufeinander. Spielerisch fochten die beiden einen Moment bis sie wieder davon stoben.

„Ergib dich, Faramir“, rief der augenscheinlich Ältere der beiden und rannte hinter dem hellhaarigen Jungen her.
Dieser lachte und tat sein Bestes, seinem Verfolger zu entkommen.

„Niemals!“, entgegnete er und warf einen kurzen Blick über die Schulter. Dabei übersah er den Diener, der wie aus dem Nichts vor ihm auftauchte.

„Umpf!“, der Aufprall trieb Faramir die Luft aus den Lungen als dieser hart gegen ein Paar Beine prallte. Erschrocken stolperte er ein paar Schritte zurück und fiel dann unsanft auf den Boden.

„Faramir!“ Der ältere der beiden Jungs war zu seinem Spielgefährten gelaufen und kniete sich neben ihn. Benommen schaute dieser auf und Haldir erkannte, dass Faramir nicht nur nass war von dem Wasser, welches sich aus dem Krug des Dieners auf ihn ergossen hatte, sondern auch aus der Nase blutete.

Besorgt half der Bedienstete dem Jungen auf, während der dunkelhaarige Spielkamerad ein Tuch aus seiner Tasche zog und es Faramir hinhielt. Dieser sah ziemlich verwirrt aus, presste aber den Lappen gegen seine Nase.

Nachdem klar war, dass der Zusammenstoss keine Schlimmen Folgen hatte, schauten beide Jungs den Diener misstrauisch an, wahrscheinlich in der Erwartung einer saftigen Standpauke.
Haldir schmunzelte, als er sich an seine Jugend erinnerte. Wie oft hatten er und seine Brüder in ähnlichen Situationen gesteckt. Sie waren nicht zu bändigen gewesen und hatten einen Streich nach dem anderen ausgeheckt. Mit einem Anflug von Wehmut erinnerte er sich an den Tag, an dem Rúmil, Orophan und er sich in Celeborns Flete geschlichen hatten, um überall im Raum Käse zu verstecken. Noch Tage später konnte man den scharfen Gestank wahrnehmen. Sie waren schnell als Übeltäter überführt worden und es hatte ein Donnerwetter gegeben, das sich gewaschen hatte, aber allein das Gesicht ihres Fürsten war es Wert gewesen. Er kicherte leise und beobachtete das Geschehen vor ihm weiter.

Der Ältere der beiden Rabauken hatte sich vor dem Diener aufgebaut und funkelte ihn kämpferisch an, während der Jüngere eingeschüchtert wirkte und weiterhin das Tuch gegen seine Nase drückte.

Haldir sah, wie der Diener etwas sagte und Faramir zögerlich nickte. Dann lachte der Mann auf und wuschelte dem unglücklich aussehenden Kind versöhnlich durchs Haar. Der dunkelhaarige Junge entspannte sich und lächelte, als ein scharfer Ruf durchs Lager schallte.

„Faramir!“ Die Stimme klang streng und kalt und Haldirs Kopf ruckte überrascht nach rechts.

Aus dem mittlerweile aufgebauten Zelt war der Anführer der Truppe getreten und starrte ärgerlich in Richtung der drei. Der Blick auf dem Gesicht des Jüngeren wurde ängstlich und seine gesamte Körperhaltung gab Haldir zu verstehen, dass er fürchterliche Angst hatte.
Mit hängenden Schultern, den Blick nach unten gesenkt, ging er zu dem Mann, den Haldir als Fürst einstufte. Der zweite Junge lief neben Faramir her. Begleitet von dem Diener traten sie zu dem Anführer. Haldir lauschte angestrengt, bekam aber nur Bruchstücke des Gesprächs mit. Nur vereinzelte Worte drangen zu ihm, aber sein Gehör war nicht notwendig, damit er verstand, was sich vor seinen Augen abspielte.
Faramir presste das Tuch hart gegen seine Nase und traute sich kaum aufzuschauen. Der dunkelhaarige Junge hingegen hatte sich unmerklich zwischen den Mann und seinen Spielkameraden geschoben. Er diskutierte lebhaft und Haldir hörte Wortfetzen wie „Unfall“, „keine Absicht“ und „nichts passiert“. Auch der Diener mischte sich ins Gespräch ein, aber sein Herr verwies ihn sofort in seine Grenzen. Haldir hörte weiter zu. „Vater“, „Faramir“ und „Bruder“ fielen, so dass er schlussendlich verstand, dass er hier Zeuge eines Familienstreits wurde. Offensichtlich waren die beiden Jungs Brüder und der Anführer der Gesellschaft ihr Vater.

Das machte die Szenerie vor ihm umso unverständlicher für den Elb. Der Vater der beiden war ernsthaft verärgert und ließ keine Argumente zur Verteidigung seines jüngeren Sohnes gelten. Die Worte „Versager“ und „unfähig“ drangen an sein Ohr, während die Stimme des Mannes scharf und kalt klang. Es war ein Ton, den Haldir von einem Vater nicht erwartete und den er aus seiner eigenen Jugend nicht kannte. Selbstverständlich hatte sein Vater auch oft mit ihnen geschimpft, aber niemals in dieser Art und Weise. Wie konnte ein Mann seinen eigenen Sohn so demütigen und ihn einen „Versager“ schimpfen?

Wut wallte in ihm auf und er war versucht, sein Versteck in den Wipfeln zu verlassen. Aber das konnte er nicht tun. Er war ein stiller Beobachter, der nur zufällig auf diese Gruppe Menschen gestoßen war. Ihre Probleme waren nicht seine Probleme und es wäre unklug, sich einzumischen. Dies änderte jedoch nichts daran, dass er den Jungen bemitleidete.

Haldirs Augen hingen noch immer an den vier Gestalten und er sah wie der Vater seinem leicht lädierten Sohn einen letzten stählernen Blick zuwarf. Dann drehte er sich abrupt um und ging ins Zelt.

Die beiden Jungs blieben zurück, Faramir deutlich erschüttert. Tröstend legte sein Bruder einen Arm um seine Schultern und führte ihn weg vom Zelt. Leise setzten sie sich an den Rand des Lagers und Haldir konnte erkennen, dass der Ältere darum bemüht war, seinen Bruder aufzumuntern. Er nickte mitfühlend. Wenigstens hatten die beiden einander, dachte er noch, bevor er lautlos den Stamm hinunter glitt und im Grün des Waldes verschwand.
 
 
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